Madrid
09. - 11. Juni
2017
09. Juni 2017
Freitag abend : Gepäck eingecheckt und mit kleinem handlichen Rucksack als Handgepäck warte ich mal wieder auf einem Flughafen dass es weitergeht (sollte leider nicht die letzte Warterei gewesen sein...)
Es ist für mich immer wieder erstaunlich zu sehen, wieviel Gepäck Leute als "Handgepäck" mitnehmen (dürfen). Einen Koffer (dessen Grösse nicht geprüft wird), dazu ein riesiger Rucksack, eine Laptoptasche in der Grösse eines Desktops mit Monitor oder einer "Handtasche" die gross genug wäre die nötigen Utensilien für 4 mitreisende Kinder zu transportieren. Plus natürlich 1-2 Plastiktaschen aus dem DutyFree....
Kein Wunder, hat es in den Fliegern keinen Platz mehr für alles ....
Mit ein wenig Verspätung geht es dann auch los ... nach etwas mehr als zwei Stunden (inkl. ca. 10 Min. auf das eingecheckte Gepäck warten) sitze ich
schon im Taxi auf dem Weg ins Zentrum. Mir ist es sowohl die paar zusätzlichen Fr. als auch die paar Min. wert, das Gepäck einzuchecken.
1) Ich kann alles mitnehmen was ich will (naja, von Sprengstoff und Drogen mal abgesehen) und
2) Ich schlepp das ganze Zeugs nicht stundenlang am Flughafen mit mir herum und in den Flieger und wieder raus und und ...
Das Taxi fährt mich leider nicht bis ganz ans Hotel, da es direkt in der "Fussgängerzone" liegt. Also eigentlich sowas wie die "Steine" in Basel -
bloss 10x belebter und etwas verdorbener. Vom Taxi bis zum Hotel schlängle ich mich an tausenden Touristen, Bettlern, Pöblern, Betrunkenen und "sexy gekleideten Damen" hindurch.
Wie heisst es im Film "Love Actually" so schön : " Ich wohne an der zwielichtigen Ecke" ;-)
(Falls es jemanden interessiert, wo die "zwielichtige" Ecke ist : www.praktikmetropol.com)
Das Hotel ist übersichtlich und nett eingerichtet und wie gesagt : "z'mizt im Chueche". Erwähnenswert ist die gepflegte Dachterasse mit Blick über die Stadt.
Da es schon nach 23:00 Uhr ist, lasse ich den Bummel durch diese Menschenmenge heute aus und gehe morgen zeitig auf "tour".
10. Juni 2017
Samstag morgen : Breakfast im TapaTapa - nun-ja ... das Lokal ist härzig, die Bedienung nett und der O-Saft frisch gepresst. Und : Es gibt jeden morgen viel zu sehen ;-)
Ein paar Bettler, ein betrunkener Pöbler der von der Polizei festgenommen wird, einige - bei Tageslicht betrachtet doch sehr hübsche - "Damen", die auf Begleitung warten, frühankommende Hotelsuchende, frühaufgestandene Touristen und dazwischen die (dringend benötigte!) Putzkolonne.
Nun, ich habe schon schönere und sauberererere spanische Städte gesehen. Um es also vorweg zu nehmen : Wer schon andere spanische Städte gesehen hat, könnte von Madrid etwas enttäuscht sein - mir zumindest ging es so.
Gefallen haben mir die vielen schönen, alten, herrschaftlichen Gebäude mit reichhaltig verzierten und verspielten Fassaden und Türmen, mit Eingängen und Türen/Toren aus Gusseisen, Bronze, alten, schön verziertem Holz und Marmor ...
Auch gibt es hier auffallend viele Grünflächen, grosse und kleine Parks mit Bänken und Brunnen und viele Bäume. Gemäss Bericht im Flugzeug-Magazin von Iberia gibt es in Madrid ca. 300'000 Bäume - nur Tokio habe mehr (Nun, ich habe sie nicht gezählt - weder in Tokio, noch hier). Vielleicht braucht es hier auch so viele Bäume, weil es hier so viele Hunde gibt ? (und leider auch einige Hundehalter, die wohl nicht so gerne hinter Ihren Lieblingen "aufräumen")
Heute geht es erstmal der Nase nach - und morgen dann in die andere Richtung ;-)
Die Calle de la Montera (die "zwielichtige" Strasse) hinunter zum Plaza Punta del Sol und einfach mal nach rechts ... da kommt die Calle del Arenal (Gruss nach CostaRica) mit kleinen, feinen Läden und einem sehr leckeren Delikatessenladen - der Speichel floss in Strömen ...
Teatro Real, Plaza de Oriente, Palacio Real (Königspalast) mit der Wachablösung und die Catedral de Santa Maria la Real de la Almudena (ein richtig typisch langer spanischer Name !)
.... und weiter zur Real Basilica de San Francisco el Grande. Da laut Stadtplan weiter nix interessantes kommt, geht wieder zurück und am Real Palacio vorbei in Richtung Parque del Oeste und zum Templo de Debod.
Wiki : "Der Tempel von Debod ist ein altägyptisch-unternubischer Tempel, der in Madrid wieder aufgebaut wurde. Er stand ursprünglich 15 km südlich von Philae an den Ufern des Nils".
Beim "rekonstruieren" meiner Reise sehe ich, dass der Parque del Oeste noch viel mehr zu bieten gehabt hätte - da ich aber meist (fast) nur der Nase nach gehe, habe ich das diesmal leider verpasst.
Auf einer gemütlichen Parkbank im Schatten konnte ich hier noch zusehen, wie zwei Polizisten (bzw. eine Polizistin) 3 junge Mädchen, die auf der Wiese lagen, kontrollierten. Ich weiss nicht, wo das Problem lag, denn überall liegen hier die Leute auf dem Rasen ... jedenfalls schien mir die Art und Weise der Kontrolle sehr übertrieben und abschätzig. Alles wurde von der Polizistin entgegengenommen und abgetastet (Jacken, Schuhe, Schal etc) und durchsucht - danach einfach wie Müll auf den Boden geworfen - auch der Inhalt der Taschen : ausgepackt, angesehen, auf die Wiese fallen lassen ... hätte mich ziemlich geärgert, wenn so mit meinen Sachen umgegangen worden wäre ... nun-ja ...
Über die Plaza de España mit Don Quijote und Sancho Panza und die GranVia mit den stylischen Luxusläden gehts wieder zurück ins Hotel. Die heute erst 34 Grad drängen mich langsam zu einer landesüblichen Siesta ;-)
Noch eine Gazpacho, etwas Oliven, Jamón Ibérico und pikante gegrillte Peperoncini und ab unter die kühle Dusche.
.... Abendspaziergang - noch immer heiss und abends noch "düppiger" als am Tag. Aber "HighLife" auf der zwielichtigen Strasse bis hinuter zum Plaza Punta del Sol (Erinnerungen an Morgestraich oder ausverkaufte Konzerte kommen auf). Zeit für mich nach etwas Ausserhalb zu flüchten. Auch beim Tempel ist viel los : viele picknicken auf den Wiesen mit Gettoblastern, Wein und SixPacks oder flanieren etwas hin und her. Auffallend viele gleichgeschlechtliche Paare gibt es hier - Männleins wie Weibleins.... nun-ja, jeder nach seiner/ihrer façon.
11. Juni 2017
Sonntag morgen ist noch alles ziemlich ruhig, die Penner pennen noch, die Betrunkenen
auch und die "Damen" haben so früh am morgen noch nicht viel zu tun...
Heute gehts auf der Karte erstmal nach rechts : erst zum Plaza de Cibeles, wo ein grosses Motorradtreff stattfindet bzw. sie sich wahrscheinlich auf einen Convoy durch die Stadt vorbereiten.
Gleich vis-à-vis das wunderschöne Gebäude des Kulturzentrums. Ich schlendere also den Motorrädern entlang an der wunderschönen Allee bis zum Plaza de Colon, wo gleichzeitig ein grosses
InlineSkate-Rennen stattfindet - auch spannend.
Eine Ecke weiter : das HardRock-Café ... nun-ja ;-) ;-) ;-)
Durch die Quartiere zur Puerta de Alcalà - einem Triumphbogen direkt beim Eingang zum Parque de El Retiro - ein riesiger Park mit grösseren und kleineren Seen mit Schildkröten, Enten, Karpfen und was auch immer ... Viele Jogger, Familien, Touristen, Fahrradfahrer. Mit grösseren und kleineren Pavillons und Cafés. Chillig !
... am anderen Ende des grossen Parks komme ich zum wunderschönen Bahnhof Atocha mit einem Plfanzengarten in der Halle und einem Schildkrötenteich - obwohl... hier scheinen mir etwas sehr viele Schildkröten sich einen recht kleinen Teich teilen zu müssen.
Quer durch die halbe Stadt wieder zurück zum Plaza del Sol .....
Da ich beim Bummeln ja in jeden Hauseingang, jedes Schaufenster und jedes Cafe reinschaue, entdecke ich das Cafe La Catedral (www.la-catedral.es) und muss sofort hinein - erstens habe ich langsam Hunger, zweitens schon lange Durst und heiss sowieso - frittierte Gambas mit feiner Kräuter-Mayo und in Honigpanade fritierte Aubergienen mit selbstgemachten Kartoffelchips, Nüssen und Balsamico (*mjam*).
Und gestärkt geht es weiter zum Plaza Mayor, dem grössten Platz in Madrid - einige Caffes, ein paar Läden in den Arcaden aber sonst ?....
Dafür ist gleich daneben der Mercato de San Miguel : "delikatessistisch" ! Ein "Muss" ! (hatte ich zwar auf meiner "to-do"-Liste, aber habe ihn auf dem Stadtplan nicht gefunden - nun, wie ich immer sage : einfach mal der Nase nach, dann findest du alles irgendwann ;-)
Weiter zur Plaza de la Villa und über Palacio Real zurück zur Siesta. Habe heute also praktisch die gesammte weitere Innenstadt abgelaufen bei +/- 35 Grad ! Bin KO ....
Abends nochmal ein Spaziergang bei 37 Grad (!) - selbst um 22:00 Uhr ist die Temperatur noch über 30 Grad - wie halten die das bloss aus ;-)
12. Juni 2017
Montag : gemütlich z'mörgele - heute sehr ruhig auf der Strasse vor dem TapaTapa -es ist eben nicht mehr Wochenende.
Danach noch ein kleiner Bummel bis nach Bilbao (gefühlt bin ich diese Tage wohl auch so "weit" gelaufen), packen und mit dem Taxi, das ich mit einem australischen Paar geteilt habe, zum
Flughafen. Beim gestrigen Online-Checkin konnte ich für 60 Euro auf Business-Class upgraden - was ich auch gemacht habe.
Ich muss schon sagen, es ist ein sehr angenehmes Reisen : du kannst früher einsteigen, hast genügend Platz für Gepäck und Beine, keinen direkten Sitznachbar, du bekommst eine Zeitung und ein
feines Menu (Hauptgang wählbar) und die Flugbegleiterinnen lesen dir (fast) jeden Wunsch von den Augen ab. Daran könnte ich mich gewöhnen ....
12. Juni 2017 (Basel EuroAirport)
Montag abend : gemütlich und pünktlich um 18:00 Uhr angekommen, das Gepäck lässt auch nicht lange auf sich warten - klappt ja alles
hervorragend.
Bis auf : "Endstation" ! Ich komme hier nicht mehr weg !....
Ich sah schon von weitem die Menschenmenge an der Bushaltestelle - auch bei den Taxis stand schon eine Schlange. Trotzdem ging ich mal zum Taxistand und fragte nach : seit ca. 1 Stunde ist auf der Flughafenstrasse bis zum GrandCasino kein Durchkommen mehr - weder für Bus, noch für PW. Nunja - eigendlich in ganz Basel ... Grund war ein brennender LKW auf der Autobahn.
Nun, natürlich kam ich dann doch noch nach Hause. Als erstes offerierten mir die Taxifahrer, für 150-200 chf würden sie sich mit mir in den Stau stehen und sich Meter für Meter zum Bahnhof SBB durchkämpfen ... nun, das macht für mich keinen Sinn. Zweite Option : Laufen ! ... mit meinem Rücken und meinem Gepäck : Keine Lust ! Ich habe ja eigentlich viel Zeit. Es gibt hier eine Beiz und eine Toilette - was brauch ich mehr ? ...
Um 21:00 Uhr entschärfte sich die Situation mehr und mehr und der Bus konnte wieder langsam zum Kannenfeldplatz durchkämpfen - danach : Null Problemo ! Um 21:45 Uhr beim Auto, kurz nach 22:00 Uhr zuhause ...